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  Unser Reiseprogramm 2012.

Straßenbahnen in Rumänien und Bulgarien 09. bis 24. Juni 2012

 Reise 1

2003 waren wir zum letzten Mal auf einer Intra Express-Straßenbahnreise in allen rumänischen Straßenbahnstädten. Nach fast zehn Jahren hat sich so viel geändert, dass es höchste Zeit für eine Wiederholung ist. Außer sämtlichen rumänischen Straßenbahnen besuchen wir auch den einzigen Straßenbahnbetrieb des Nachbarlandes Bulgarien, der mit zwei Spurweiten und diversen Gebraucht-Fahrzeugen aus Deutschland ebenfalls viel Abwechslung bietet. Dazu lernen Sie diverse Obusse in beiden Ländern kennen.

Nach der Wende gab es in Rumänien 15 Straßenbahnen, von denen etwa die Hälfte erst gegen Ende der Ceausescu-Diktatur in den 1980er-Jahren entstanden ist. Zum Glück fiel die politische Wende zusammen mit der Zeit, als viele deutsche Straßenbahnbetriebe auf Niederflurwagen umrüsteten und ihre noch gut erhaltenen Altfahrzeuge loswerden wollten. So gingen mehr als 1.000 gebrauchte Straßenbahnwagen aus zwei Dutzend deutschen Städten sowie aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden kostenlos oder für wenig Geld nach Rumänien und sicherten erst einmal das Überleben der dortigen Betriebe.

Nach dem EU-Beitritt gab es bei den rumänischen Straßenbahnen positive und negative Veränderungen: vier Betriebe sind leider stillgelegt worden (wobei in Sibiu noch Sonderfahrten stattfinden), andere aber sanieren ihr Streckennetz und beschaffen sogar schon erste Niederflurwagen. Noch ist das Land jedoch als "größtes deutsches Straßenbahnmuseum" einen Besuch wert, und noch hat es den Charme vergangener Zeiten mit schmucken Dörfern und unzähligen Pferdefuhrwerken auf den Straßen bewahrt.

Reiseverlauf:

Samstag, 09.06.12.
Mittags Abflug vom deutschen Flughafen Ihrer Wahl nach München. Von dort gemeinsamer Weiterflug mit Lufthansa nach Timisoara, wo wir am späten Nachmittag ankommen. Übernachtung in Timisoara.

Sonntag, 10.06.12.
Rumäniens zweitgrößte Stadt, Timisoara,  besitzt ein umfangreiches Straßenbahnnetz, das heute fast typenrein von Hansa- und Wegmann-Gelenkzügen befahren wird, die aus der  Partnerstadt  Bremen  hierher
abgegeben worden sind. Daneben gibt es auch einen modernen Obusbetrieb. Am späten Nachmittag kurze Weiterfahrt im Sonderbus in die Nachbarstadt Arad (50 km) und Übernachtung dort.

Montag, 11.06.12.
Wenn man Rumänien als "größtes deutsches Straßenbahnmuseum" bezeichnet, so gilt das ganz besonders für die Meterspur-Straßenbahn von Arad. Fahrzeuge von mehr als einem Dutzend deutscher Meterspurbetriebe sind hierher gelangt. Dabei hat die Straßenbahn zweifellos Zukunft: in den letzten Jahren wurde schon viel in eine Verbesserung des Gleiszustandes investiert, und inzwischen hat die örtliche Waggonfabrik Astra gemeinsam mit Siemens einen ersten Niederflur-Prototyp namens "Imperio" gebaut. Besonders reizvoll ist die Überlandstrecke in das romantische Nachbardorf Ghioroc, die wir mit einem historischen Vierachser ungarischer Bauart befahren werden. Übernachtung nochmals in Arad.

Dienstag, 12.06.12.
Morgens Weiterfahrt im Bus nach Oradea (115 km) und Besichtigung einer Straßenbahn, bei der das Niederflur-Zeitalter bereits begonnen hat: neben Tatra T4D aus Dresden und Magdeburg sowie Tatra KT4D aus Berlin treffen wir hier die einzigen Ulf-Niederflurwagen außerhalb Wiens an, 2008 fabrikneu von Siemens gekauft. Übernachtung in Oradea.

Mittwoch, 13.06.12.
Morgens bringt uns unser Bus in die 150 km entfernte Stadt Cluj-Napoca (Klausenburg). Dort erreichen wir Siebenbürgen, den Teil Rumäniens, in dem es noch immer einen (wenn auch nach der Grenzöffnung stark zurück gegangenen) deutschen Bevölkerungsanteil gibt und die Städte offiziell auch deutsche Namen tragen. Cluj bzw. Klausenburg besitzt einen kleinen, erst 1987 eröffneten Straßenbahnbetrieb mit Tatras aus Berlin und Magdeburg. Außerdem fahren hier auch Obusse. Durch reizvolle Gebirgslandschaft führt unsere Fahrt nachmittags noch 160 km weiter nach Sibiu (Hermannstadt) zur Übernachtung.

Donnerstag, 14.06.12.
Die letzte übrig gebliebene Straßenbahn in Sibiu (Hermannstadt) war eine meterspurige Überlandstrecke, die am Stadtrand begann und 11 km weit in das malerische Nachbardorf Rasinari führte. Der Fahrzeugpark bestand seit den 1990er-Jahren aus vierachsigen Triebwagen und Beiwagen, die als Geschenk aus der Partnerstadt Genf gekommen sind. Zwei Triebwagen und ein zum Partywagen umgebauter Beiwagen, mittlerweile 60 Jahre alt, sind noch betriebsfähig. Nach eine Entgleisung Anfang 2011 wurde zwar der Linienverkehr eingestellt, Sonderfahrten wie  z. B. Hochzeitsfahrten und Theateraufführungen in der Straßenbahn finden aber weiterhin statt. Hoffen wir, dass wir auch im Juni noch einen Sonderzug mit Fotohalten auf der überaus reizvollen Strecke mieten können. Anschließend lassen wir Ihnen noch etwas Zeit für die mittelalterliche Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, oder alternativ für das Dampflok-Freilichtmuseum im Bw der Staatsbahn, wo eine Vielzahl historisch wertvoller Normalspur- und Schmalspur-Lokomotiven leider seit Jahren vor sich hinrostet. Danach fahren wir mit unserem Bus noch 150 km weiter in die nicht weniger reizvolle Stadt Brasov (Kronstadt). Leider wurde hier die einzige Straßenbahnlinie, 1987 eröffnet, bereits 2006 wieder stillgelegt, jedoch gibt es noch den Obusbetrieb mit einem interessanten Sammelsurium von Gebrauchtfahrzeugen aus der Schweiz, Frankreich und Innsbruck. Vor der Übernachtung empfehlen wir noch einen Bummel durch die Altstadt mit ihrem sehenswerten Marktplatz und der berühmten Schwarzen Kirche.

Freitag, 15.06.12.
Östlich von Brasov wird das Land wieder flach und so werden wir hoffentlich die heutige lange Fahrt nach Botosani (340 km) in einer für rumänische Straßenverhältnisse guten Zeit hinter uns bringen. In Botosani erwartet uns die jüngste Straßenbahn des Landes - zu Ceausescu-Zeiten begonnen, aber erst 1991 nach der Wende eröffnet. Bisher hat sich der Kleinstadt-Straßenbahnbetrieb mit seinen zwei Linien und gebrauchten Tatras ex Dresden und Magdeburg gut gehalten. Da die Stadt sonst nicht viel zu bieten hat, fahren wir abends im Bus noch 125 km weiter zu unserem nächsten Hotel nach Iasi.

Samstag, 16.06.12.
Ganz im Osten des Landes nahe der moldawischen Grenze gelegen, ist Iasi die drittgrößte Stadt und ein altes Kulturzentrum des Landes. Bereits seit 1900 gibt es hier eine meterspurige Straßenbahn, und heute ist auf einem ausgedehnten Netz eine ähnliche Vielfalt von Gebrauchtfahrzeugen im Einsatz wie in Arad. Sie stammen aus diversen deutschen Städten, aber auch aus Bern. Übernachtung nochmals in Iasi.

Sonntag, 17.06.12.
Weiterfahrt mit unserem Bus an die Donau nach Galati (240 km). Nachmittags besichtigen wir den normalspurigen Straßenbahnbetrieb mit Großraumzügen ex Frankfurt/Main, Rotterdamer Gelenkwagen und Tatras aus verschiedenen deutschen Städten. Betrieb herrscht hier hauptsächlich zum Schichtwechsel im großen Stahlkombinat, das allerdings schon bessere Zeiten erlebt hat. Auch ein kleiner Obusbetrieb besteht in der Stadt. Übernachtung in Galati.

Montag, 18.06.12.
Vormittags steht die Straßenbahn der Nachbarstadt Braila (30 km) auf unserem Programm, die sich ebenfalls durch ihren interessanten Fahrzeugpark auszeichnet. Mit etwas Glück kann man hier Straßenbahnen aus drei Ländern auf ein Bild bekommen, denn es gibt Fahrzeuge aus Wien, Rotterdam und Berlin. Nachmittags Weiterfahrt per Bus in die 220 km entfernte Hauptstadt Bukarest zur Übernachtung.

Dienstag, 19.06.12.
Rumäniens Hauptstadt Bucuresti (Bukarest) hat fast 2 Millionen Einwohner und ein umfangreiches elektrisches Stadtverkehrsnetz mit Straßenbahnen, Trolleybussen und U-Bahnen. In allen anderen rumänischen Städten dürfte unsere Zeit reichen, alle Depots zu besichtigen und die Straßenbahnnetze (mit Ausnahme der Strecken, die gerade wegen Sanierungsarbeiten gesperrt sind) komplett abzufahren. In Bukarest können wir Ihnen in eineinhalb Tagen nur einen Überblick geben und das Interessanteste zeigen. Streckennetz und Fahrzeugpark machen einen recht guten Eindruck. In den letzten Jahren wurde viel Geld in die Verbesserung des Gleiszustandes gesteckt und als einziger rumänischer Straßenbahnbetrieb hat Bukarest kaum ausländische Gebrauchtfahrzeuge erhalten. Die meisten Wagen wurden in der eigenen Hauptwerkstatt gebaut und mittlerweile modernisiert. Auch ein Niederflurwagen Bauart "Bucur" wurde dort schon entwickelt. Übernachtung in Bukarest.

Mittwoch, 20.06.12.
Tagesausflug per Bus nach Craiova (230 km). Auf dem kleinen, 1987 eröffneten Straßenbahnnetz der ansonsten nicht besonders attraktiven Industriestadt tummelt sich eine Vielfalt von Fahrzeugen aus Berlin, Dresden und Rotterdam. Übernachtung in Bukarest.

Donnerstag, 21.06.12.
Ein zweiter Tagesausflug per Bus führt uns nach Ploiesti (65 km). Auch hier besuchen wir eine Normalspur-Straßenbahn aus der Ceausescu-Zeit, deren zwei Linien heute mit Tatra KT4D aus Potsdam bedient werden. Der Obusbetrieb besitzt den modernsten Fahrzeugpark des Landes, denn hierher hat es die eigentlich für Lausanne bestimmten, aber nicht abgenommenen Niederflur-Gelenkwagen von Neoplan verschlagen. Übernachtung in Bukarest.

Freitag, 22.06.12.
Am Vormittag setzen wir noch unser Programm in Bukarest fort, gegen Mittag fahren wir über die einzige Donaubrücke, die Rumänien und Bulgarien verbindet, in die bulgarische Grenzstadt Ruse weiter (80 km). Während in Rumänien in der Endphase des Sozialismus zahlreiche Straßenbahnen gebaut wurden, um knappes Dieselöl zu sparen, setzte man in Bulgarien zur selben Zeit auf Trolleybusse. Es würde den Rahmen dieser Reise sprengen, die 14 Obusbetriebe des Landes zu besuchen, aber in Ruse machen wir eine Ausnahme, weil der 1988 eröffnete Obusbetrieb nicht nur direkt an unserem Wege liegt, sondern auch den interessantesten Fahrzeugpark des Landes besitzt. Eine Vielzahl von Trolleybussen aus Mailand und aus diversen Schweizer Städten hat hier eine neue Heimat gefunden - darunter auch die letzten Basler Neoplan-Niederflurwagen. Eisenbahnfreunde haben alternativ Gelegenheit, in Ruse das offizielle bulgarische Eisenbahnmuseum zu besichtigen, das im ältesten Bahnhof des Landes untergebracht ist und auch eine ganze Reihe von Dampflokomotiven beherbergt - leider wie in Sibiu überwiegend in beklagenswertem Zustand. Übernachtung in Ruse.

Samstag, 23.06.12.
Nach gut 300 km Busfahrt quer durch das kleine Land erreichen wir gegen Mittag die Hauptstadt Sofia. Auch hier gibt es ein umfangreiches Straßenbahnnetz, Obusse und eine U-Bahn. Wie in Bukarest werden wir nicht alles sehen und abfahren können, aber für einen großen Teil des Straßenbahnnetzes und wenigstens ein paar U-Bahn- und Obus-Fotos reicht unsere Zeit. Der heutige Nachmittag ist erst einmal dem jüngeren, 1989 eröffneten Normalspur-Straßenbahnnetz gewidmet. Der Fahrzeugpark bestand ursprünglich aus fabrikneuen Tatras und wurde 1995 um den kompletten Bonner Altwagenpark - Düwag-Vierachser, Sechsachser und Achtachser - aufgestockt, der dort damals durch Niederflurwagen ersetzt wurde. 2010 kamen dann noch 15 modernisierte Leipziger Tatra-Züge hinzu. Wir fahren das Netz mit einem Sonderwagen ex Bonn ab und besichtigen das einzige Normalspur-Depot. Übernachtung in Sofia.

Sonntag, 24.06.12.
Bis zum frühen Nachmittag haben wir heute noch Zeit für die Schmalspur-Straßenbahn Sofia, die bereits seit 1898 auf der "krummen" Spurweite von 1.009 mm in Betrieb ist. Der Fahrzeugpark besteht größtenteils aus bulgarischen Eigenbau-Gelenkwaren, die z. T. in den letzten Jahren modernisiert und mit Niederflur-Mittelteilen versehen worden sind. Außerdem wurden gebrauchte Tatras aus Halle gekauft. Wir befahren einen großen Teil des Netzes mit einer historischen MAN-Zweiachser-Garnitur aus den 1930er-Jahren und besichtigen zwei Depots. Anschließend Bustransfer zum Flughafen. Rückflug mit Austrian Airlines um 18.40 Uhr von Sofia nach Wien und abends von dort aus weiter nach Ihrem gebuchten deutschen Zielflughafen.

Reiseleistungen:
Im Reisepreis sind die folgenden Leistungen enthalten:
* Linienflüge mit Lufthansa und Austrian Airlines von Deutschland nach Timisoara und zurück von Sofia nach Deutschland *).
* Rundreise im Sonderbus ab Timisoara bis Sofia.
* 15 Übernachtungen mit Halbpension (Frühstück und Abendessen) in zentral gelegenen Hotels der gehobenen Mittelklasse, Doppelzimmer mit Dusche/WC.
* Straßenbahn-Fachprogramme (Sonderfahrten und Depot-Besichtigungen) in allen besuchten Städten.
* Fachkundige deutschsprachige Reiseleitung.
*) Wahlweise und ohne Preisunterschied bieten wir diese Reise ab und bis Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Stuttgart oder München an. Bitte teilen Sie uns Ihren Wunsch auf der Reiseanmeldung mit.

Reisepreis:
Pro Person € 1.980,--. Der Einzelzimmer-Zuschlag beträgt € 390,--. Wenn Sie ihn sparen wollen, können Sie wie bei allen unseren Reisen auch als Alleinreisender ein halbes Doppelzimmer buchen. Wir finden sicher einen passenden Zimmerpartner für Sie.

Eine Anschlussfahrkarte 2. Klasse ab jedem beliebigen DB-Bahnhof zu Ihrem Abflugsort und zurück kostet € 110,-- (€ 90,-- für Bahncard-Besitzer). Sie gilt in allen Zügen inkl. ICE ohne Zugbindung. Eventuelle Platzreservierungen nehmen Sie bitte selbst vor. Falls gewünscht, vergessen Sie bitte nicht, auf der Reiseanmeldung Ihren persönlichen Abfahrtsbahnhof anzugeben!

Einreisebestimmungen. Rumänien und Bulgarien gehören zur EU. EU-Bürger benötigen für diese Reise einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

Reiseleitung: Thomas E. Fischer.

Anmeldeschluss ist der 05. März 2012.

Mindestteilnehmerzahl für diese Reise: 30 Personen.


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